Veranstaltungen, Termine und Berichte aus dem Jahr 2021


Rundgang mit Bundestagskandidatin Sandra Detzer

 

20.08.2021 - Sandra Detzer Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Ludwigsburg lud zu einem Spaziergang durch das Neckarbiotop Zugwiesen ein. Experten des NABU Ludwigsburg begleiteten den Rundgang und richteten einen Blick zurück auf den Beginn der Maßnahme sowie auf die über die Jahre veränderte Entwicklung des Ökoprojektes.

 

Es sollte ein gemütlicher Spaziergang durch die Zugwiesen werden mit einem lockeren Austausch von Informationen rund um das Neckarbiotop. Vor fast zehn Jahren wurde das sogenannte Umgehungsgerinne geöffnet und wenig später die gesamte umgestaltete Fläche offiziell eingeweiht. Seitdem erfreuen sich zahlreiche Besucher an dem Blick auf Bachlauf, Seen und üppigen Grün vor den Kulissen der Weinberge in Steillage und den fürs Neckartal typischen Muschelkalkfelsen.

 

Der Informations- und Meinungsaustausch wird jedoch schnell auf die aktuellen katastrophalen Starkregen-Ereignisse, das Insekten- bzw. Artensterben und auf die ursprüngliche Idee der Zugwiesen gerichtet. Das sind Themen, die eine neue Regierung aber auch Akteure vor Ort jetzt ernsthaft angehen müssen. Für den NABU Ludwigsburg war deshalb der Termin mit Sandra Detzer von hoher Bedeutung, auch um die Sichtweise von großer und kleiner Politik zusammenzubringen.

 

Kurz nach dem Freibad passiert die Gruppe den Lochwaldgraben, der als Überlauf des Oßweiler Kanalnetz dient. Hier, erläutert Frank Handel, Vorsitzender der NABU Gruppe, muss die Stadtverwaltung was das Thema Starkregen angeht gegensteuern, Gefahrenkarten erstellen und die Regenrückhaltung deutlich verbessern. Als Stichwort fällt der Begriff Schwammstadt, denn hier werden alle versiegelten Flächen in den Fokus genommen. Nicht nur in den Starkregen gefährdeten Ortsteilen, sondern auch in innerstädtischen Bereichen, wie der vor dem Umbau stehende Arsenalpatz soll aus seiner Sicht zukünftig Regen zurückgehalten werden. Nur so lässt sich die Gefahr minimieren, dass an bisher unbekannten Stellen reißende Ströme entstehen könnten.

 

Blick auf die ökologische Entwicklung der Zugwiesen

 

An der Poppenweiler Schleuse wird über die Wasserrahmenrichtlinie und deren weitere Umsetzung diskutiert. Diese besagt, dass die Flüsse für Fische und andere Wasserlebewesen durchlässig gemacht werden müssen. Für den NABU bedeutet dies, dass das Konzept der Zugwiesen auf andere Schleusenbereiche übertragen werden kann, ja sogar muss. Aus den Erfahrungen aus Ludwigsburg können bei der Planung und Umsetzung sicher einige Verbesserungen erzielt werden. Für die weitere Entwicklung des Landschaftsparks Neckartal ist sich Sandra Detzer im Klaren, dass Fördermittel des Bundes für die Bundeswasserstraße eine beschleunigende Umsetzung erwirken. Für den NABU ist der zügige Ausbau wichtig, denn es sollen zeitnah neue ökologische wertvolle Biotope für den Arten- und Hochwasserschutz entstehen.

 

Es geht weiter bis zur kleinen Holzbrücke. Hier beginnt das eigentliche Schutzgebiet, denn der Bereich zwischen Bachlauf und Neckar ist nur der Natur vorbehalten. Entlang des Weges richten sich die Blicke auf Pflanzen und Insekten, die Naturschutzwartin Carolin Zimmermann ausfindig macht und darüber informiert. Mehrere fliegende Bläulinge sind gut zu beobachten, aber eine Wespenspinne im hohen Gras fällt erst auf den zweiten Blick auf. Im Wasser ist eine Nutria zugange, die jedoch nicht mit dem Biber verwechselt werden sollte.

 

Der Gruppe fällt schnell auf, dass der Bereich hinter dem Bachlauf kaum noch einsehbar ist. Bis zum Ausschichtsturm bestimmt dies die Diskussion um die Zielrichtung der Zugwiesen. Wurde zu Beginn mit Hinweistafeln auf die seltenen Sumpf- und Wattvögel aufmerksam gemacht, meiden diese Vögel die Zugwiesen nun gänzlich. Die Kiesflächen und offene Uferbereiche, wichtig für Flussregenpfeifer, Bruchwasserläufer oder Grünschenkel, sind schon längst zugewachsen. Die neuen Rastplätze für Zugvögel, die teils von oder bis Sibirien fliegen, sind bereits nach wenigen Jahren wieder verloren. Für diese Zugvögel wird das Überleben durch veränderte klimatische Bedingungen immer schwieriger, deshalb sind Rastplätze mit Potential für die Nahrungssuche und -aufnahme äußerst wichtig.

 

„Die Zugwiesen sind als Artenschutzprojekt an den Start gegangen. Mittlerweile führt das Zuwachsen zu einer geringeren Biodiversität“, erklärt NABU-Experte Dr. Rainer Ertel. Das betrifft nicht nur die Vögel, sondern auch die andere Tierwelt wie Libellen, Schmetterlinge, Käfer, Reptilien und Amphibien. Das lässt sich mittlerweile klar messen, denn die Beobachtungen und Meldungen beispielsweise von Vögeln aus dem Biotop Zugwiesen haben stark abgenommen. Nicht nur weil sich aufgrund der "Urwaldsituation" die Einblicke abnehmen, sondern weil kaum noch bemerkenswerte Arten anwesend sind. Eine Änderung des Pflegekonzept ist auf lokaler Ebene anzustreben und mit der Stadtverwaltung zu diskutieren.

 

Für Bundestagskandidatin Sandra Detzer war wichtig zu erfahren, dass das Gebiet insgesamt als Erfolg gewertet werden kann. Die Trennung der Fuß- und Radwege war eine wichtige Entscheidung, die zu weniger Konflikten führt. Auch kann das Gebiet als CO2-Senke gewertet werden, weil es mehr Kohlendioxid speichert als die vorhergehende Nutzung als Futterwiese. Ob ein Aussichtsturm für Besucher unbedingt nötig war, darüber lässt sich mittlerweile stark zweifeln. Von oben gibt es kaum mehr zu sehen. Viel Geld wurde unnötig ausgeben etwa für 7.000 Stecklinge mit Verbissschutz aus Plastik oder einen Steg, der für Wartungsfahrzeuge für den Aussichtsturm ausgelegt werden musste.

 

Welche Empfehlungen spricht der NABU aus: Vor allem am Ufer des Zugwiesenbaches muss dringend in den Erlen- und Weidenbestand eingegriffen werden. Das bedeutet, dass viele Büsche mit den Wurzeln zu entfernen wären. Außerdem ist es unerlässlich, den Pflanzenbewuchs der Uferzonen an den Seen regelmäßig komplett zu beseitigen und dort offene Schlammflächen zu schaffen. Auch das plakatierte Kiesbett für den Flussregenpfeifer, welches es gar nicht mehr gibt, sollte möglichst bald in Angriff genommen werden.

 

Die Forderungen gehen Richtung Stadtverwaltung und nicht an die große Politik. Von Sandra Detzer erhofft sich der NABU eine wirkliche Vertretung in Berlin für Ludwigsburg, einen Richtungswechsel in Sachen Klima, Ökologie und Artenschutz und einen ständigen Austausch. Dieser wird zugesagt, alle Anwesenden freuen sich auf weitere Begehungen bezüglich der Themen Waldschutz bzw. Eschensterben und Landwirtschaft mit dem derzeit massiven Anbau von Mais.

 

Bericht: Frank Handel

 

Fotos: C. Zimmermann, F. Handel

 

Pflanzen- und Tiersichtungen an diesem Rundgang

 

www.naturgucker.de

 

Suche: Unter Gebiete „Zugwiesengebiet gesamt“ eingeben und den Reiter „Beobachtungen“ anklicken, Datum war der Freitag, 20. August 2021

 


Begehung im Lembergwald am 03.07.2021

 

Teilnehmer: Dr. Nill, LRA, Fachbereich Forst; Axel Armbruster, Revierleiter Lembergwald Forst BW; Dr. Ruge, NABU Marbach; Frank Handel Kreisverband & OG LB 1. Vorsitzender; Carolin Zimmermann, NABU LB, Naturschutzwartin, sowie zahlreiche Mitglieder des BUND aus Affalterbach, u.a. Herr Eulenberger, Herr Lösing und Frau Lehning vom BUND Marbach.

 

Corona-conform mit gehörigem Abstand und zudem überwiegend zweifach und z.T. erstgeimpften Teilnehmern fand die Begehung des Lembergwaldes mit LRA und Forst BW, BUND und NABU statt.

 

Ausgelöst durch die zu Jahresbeginn statt gefundenen umfangreichen Baumfällungen im Gipfelbereich des Lembergs meldeten sich entsetzte und besorgte Bürger bei Naturschutzwarten, NABU, BUND und LRA. Gemeinsam wurde daraufhin die Begehung initiiert. Gute zwei Stunden wurde diskutiert und Fragen gestellt.

 

Anhand einer Fläche oberhalb der Gemeindehalle, erklärten die Forstfachleute Vorgehensweise und Grund der Fällungen. Die große Menge an Holzeinschlag resultierte daraus, dass in dem Areal jahrelang überhaupt nicht gefällt wurde. Die Bäume standen eng beieinander. Lichtkeimer wie die klimawandeltauglichen Eichen hatten so wenig Möglichkeit zur Entfaltung. Auf der Beispielsfläche erklärte Dr. Nill anhand einer etwa 35 Jahre alten Eiche was Z-Bäume sind. Diesem mit rotem Band markierten „Zukunftsbaum“ wurde durch die Fällung Platz verschafft um zu einer großen, starken Eiche heranwachsen zu können. Gut 130 Jahre wird diese dann stehen dürfen, ehe auch sie gefällt wird. Die gut 2-3 Meter entfernte Geschwistereiche wird nicht so alt werden dürfen. Zu nah stehen die beiden zusammen. Und da gilt bei Eichen der alte Highlander-Grundsatz – es kann nur einen geben.

 

Die von einigen BUND-Mitgliedern kritisch angesehenen zahlreichen dünneren Äste und Stämme quer liegend über der Rückegasse, konnte Förster Armbruster erklären. Beim Fällen ziehen die Erntemaschinen diese auf die Gasse. Dies mindert beim Befahren die Bodenverdichtung durch die schweren Geräte. Äste unter 5 cm Durchmesser müssen im Wald verbleiben, aber auch viele dickere, wurden absichtlich als Totholz im Wald belassen. Dass die Natur den gestörten Boden der Rückegasse bereits zurückerobert, zeigten Pionierpflanzen wie Moose, die jetzt gut 5 Monate nach den Maßnahmen den Boden befestigen und so als Keimbetten für Pflanzensamen dienen. So wird die hässliche Schneise wohl bald kaum mehr zu sehen sein. Wieviel Lebewesen in totem Holz leben und wieviel Feuchtigkeit teil-zersetztes Holz speichert demonstrierte Naturschutzwartin Zimmermann mit einem Stück Weißfäule-Holz. Springschwänze, Regenwürmer, Käferlarven, Gelege von Schnecken und weißes Pilzmyzel ließen sich mit bloßem Auge erkennen. Das weiche Holz war durch die starken Regenfälle so vollgesogen, dass es sich auswringen ließ wie ein Schwamm.

 

Totholz ist darum immens wichtig für den Wald und seine Lebewesen. An weiteren Stellen auf dem Gipfelplateau erklärte Revierleiter Armbruster, dass die Forstwirtschaft am Lemberg schon aufgrund der Bodenverhältnisse nicht einfach sei. Der Gipfel ist seit dem 18. Jahrhundert durchzogen von tiefen Gruben und Gräben. Steinbrüche in denen man Schilfsandstein u.a. für den Bau des Ludwigsburger Schlosses gewann. Ein Spaziergang zum Naturdenkmal an der Südseite des Lemberggipfels zeigte, die Bedeutung dieses Wärmestandortes. Unter Eichen und Kiefern finden sich hier botanische Kostbarkeiten wie Schwalbenwurz, Nickendes Leimkraut, Färberginster, Habichtskraut, seltene Wildbienen und Insekten oder auch die Zauneidechse. Hier unlängst vorgenommene Baumfällungen erfolgten nicht durch Forst-BW, so Axel Armbruster. Um weitere Fragen, wie künftige Einschläge oder die Zusammensetzung der Baumarten im Hinblick auf den Klimawandel zu besprechen, war die Zeit leider zu kurz. Vielleicht gibt es ja künftig wieder einmal die Möglichkeit zum Austausch. Die während der Veranstaltung beobachteten und dokumentierten Tier- und Pflanzenarten gibt es zu sehen auf

https://www.naturgucker.de/?gebiet=430590670

 

Bericht C. Zimmermann 

Fotos: C. Zimmermann und F. Handel


Pflegemaßnahme in den Zugwiesen

 

30.01.2021 - Die geplante Pflegemaßnahme konnte dieses Jahr pandemiebedingt nicht wie gewohnt stattfinden.  In Zweierteams und mit Abstand konnten an insgesamt drei Samstagen dennoch etliche Arbeiten durchgeführt werden.  Der normalerweise rege Austausch während den Arbeiten, tausch der Werkzeuge und der abschließende Ausklang mit Vesper, Tee oder Kaffee fehlte heuer allerdings.


Begehung Favoritepark

 

NABU besichtigt das Naturschutzgebiet zusammen mit dem Forst BW

 

17.01.2021 – Ludwigsburger Umweltverbände waren am 17ten Januar vom Forstbezirk Unterland, Forst Baden-Württemberg zu einer Begehung in den Favoritepark eingeladen. Bevor die Mitarbeiter des Forst BW über die geplanten Pflegemaßnahmen und die zukünftige Arbeit im Park berichteten galt es das Hygieneprotokoll mit Eintrag in die Teilnehmerliste, dem durchgehenden Tragen von Masken und mit viel Abstand zueinander einzuhalten. Kein Problem, denn es ging um nichts anders als um die Zukunft des einzigen Naturschutzgebietes auf Ludwigsburger Gemarkung.

Forstbezirksleiter Christian Feldmann, Revierleiter Raphael Müller und Funktionsmitarbeiter Samuel Ziegler führten gemeinsam durch die Veranstaltung und informierten je nach Tätigkeitsschwerpunkt. Von Seiten der Umweltverbände nahmen Dr. Klaus Ruge und Carola Preuss von der NABU-Gruppe Marbach, Frank Handel von der NABU-Gruppe Ludwigsburg und Carolin Zimmermann, Naturschutzwartin und aktiv in der NABU-Gruppe LB teil. Das Thema Wald in Zeiten rasanter klimatischer Veränderung ist von kreisweiter Bedeutung, deshalb ist es gut, dass Ruge, Preuss und Handel zeitgleich Vorstandsmitglieder des NABU Kreisverbandes LB sind.

Um den einzigartigen, durch historische Beweidung entstandenen Hutewald-Charakter des Favoriteparks mit seinen an die 1000 bis zu 250 Jahre alten Eichen zu erhalten sind regelmäßige Arbeiten nötig. Dazu gehört auch, dass einzelne Bäume gefällt werden. Dies dient in dem seit 1937 bestehenden Naturschutzgebiet jedoch anders als in Wirtschaftswäldern nicht wirtschaftlichen Zwecken, so die Forstmitarbeiter, sondern der Bestandspflege.

Nur wenige Bäume werden aus dem Park entnommen.

Eichen sind Lichtkeimer und brauchen als Jungbäume viel Platz und Helligkeit damit aus ihnen künftige Baumriesen entstehen. Das Leben von Großvatereichen ist endlich, deshalb müssen Förster Jahrhunderte im Voraus denken und für ausreichend Nachwuchs sorgen. Stieleichen gelten als robust und sind prädestiniert der weiteren klimatischen Entwicklung Stand zu halten. Dabei macht es einen Unterschied, ob die Eichen von Jugend an viel Sonne und Wärme gewöhnt waren, also frei standen wie die Huteeichen, so Feldmann. Junge Eichen können hitze- und trockenresistent „erzogen“ werden, wenn sie ungeschützt heranwachsen. Genau dies soll mit einer Naturverjüngung nun erfolgen. Der Forst BW plant kleine Einzäunungen über den Park zu verteilen, die vor Verbiss schützen und so ist die Hoffnung, neue Eichen für die Zukunft hervorbringen, erklärt Revierleiter Müller.

Die Erfahrungen der Forstleute haben gezeigt, dass Eichen Probleme bekommen, wenn sie zu spät freigestellt werden. Dies kann auch auf natürliche Weise passieren, wenn beispielsweise weniger resistente Rotbuchen den klimabedingten Tod sterben. Neben den Fichten und Eschen gerät auch die Buche immer mehr in Bedrängnis.

Die Entwicklung einiger Baumarten ist besorgniserregend.

Noch bieten zahlreiche jahrhundertealte Stieleichen im Park vor allem Spechten, selten gewordenen holzbewohnenden Käfern, Wildbienen und Fledermäusen eine Heimat. Abseits der öffentlichen Wege dürfen absterbende Bäume als stehendes und Baumstämme als liegendes Totholz vor Ort verbleiben. Vor allem Käferlarven benötigen dieses von Pilzmyzel weich gewordenes, sich zersetzendes Holz als Kinderstube.

Das Totholz ist die neue Grundlage des Waldes, die Grundlage der Artenvielfalt und die Schatzkammer des Waldes.

Das Konzept soll garantieren, dass sich auch künftige Generationen an der Artenvielfalt und dem historischen Waldbild des 18. Jahrhunderts in Ludwigsburgs beliebtem Favoritepark erfreuen können.

Der NABU zieht aus den Erläuterungen und vorgestellten Konzept noch vor Ort ein Fazit. Dieses fällt positiv aus, denn die Forstleute setzen auf Naturverjüngung und eine behutsame Entwicklung mit viel Totholz. Der NABU gibt aber auch zu bedenken, dass äußere Einflüsse, wie etwa die Erweiterung der Pädagogischen Hochschule sich negativ auswirken können. Der Grundwasserspiegel soll sich durch Baumaßnahmen keinesfalls absenken. Der Hinweis wird aufgenommen, denn der Schutz des Naturschutzgebietes geht über deren Abgrenzung hinaus. Einflüsse von außen dürfen nicht zu Veränderungen im Park führen.

Der NABU bedankt sich herzlich bei den Forstangestellten für die Information und den wichtigen und spannenden Austausch.

Bericht C. Zimmermann, K. Ruge und F. Handel


NABU Landesvertreterversammlung LVV

 

16.01.2021 - Die diesjährige NABU Landesvertreterversammlung (LVV) fand nicht wie jedes Jahr im November, also Ende des Jahres 2020 statt, sondern rein virtuell im Januar 2021. Fleißig hatte die NABU Landesgeschäftsstelle an den technischen Voraussetzungen gearbeitet. Dann war es soweit, ab 9 Uhr konnten sich die Teilnehmer einwählen und sich parallel, falls stimmberechtigt, bei der Abstimmungsplattform anmelden. Pünklich um 10 Uhr startete dann die LVV.

 

Nach der Begrüßung von NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle folgten die Grußworte von Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Beide bedankten sich unter anderem bei den ehrenamtlichen Mitgliedern für die viel geleistete Arbeit.

 

Versammlungsleiter Uwe Prietzel führte durch die Videokonferenz.

 

Es folgt der Jahresbericht von Johannes Enssle. Dabei ging es um die bessere Zusammenarbeit mit der NAJU, die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen, Niedersachsen hat Baden-Württemberg in der Anzahl der Mitglieder überholt, das ist erfreulich für den Natur- und Umweltschutz wird den ein oder anderen BWler aber auch motivieren, der Ausbau der Bezirkstellen geht voran, der Pestizidbericht ist ein Erfolg, denn er macht auf die Problematik aufmerksam, Ziel ist die Halbierung der Menge bis 2030, die Kulturlandschaft soll weiterhin im Fokus stehen, hier sollen 30 bis 40 % bis 2030 in den Ökolandbau überführt werden, in der EU-Agrarreform könnte der NABU wichtige Impulse setzen, dies war ein schwieriges Unterfangen, denn Bundesministerin Juila Klöckner gilt im Ausland durchaus als ökologisch, ein Kompensationskataster soll für die bessere Übersicht von Ausgleichsflächen sorgen, das Thema Natur im Siedlungsraum hat durch verschiedene Aktionen für Erfolge gesorgt, neben "Natur nah dran" und "blühende Gärten" sollen Firmengelände in den Fokus genommen werden, die Wahl zum Vögel des Jahres steht demnächst an und es wird spannend. Es folgte die Aussprache zum Jahresbericht mit zahlreichen Wortmeldungen. Die Fragen werden beantwortet und auch aufgenommen um später aufzuarbeiten.

 

Pünktlich um 12 Uhr wird die Entlastung des NABU Landesvorstandes beantragt, dem die NABU Gruppen mit 98 % auch nachkommen. Es folgt TOP 4, die Wahl der Delegierten zur Bundesvertreterversammllung BVV 2021. Die BVV findet am 05. bis 06. November 2021 in Kassel statt. Uwe Prietzel geht davon aus, dass diese hoffentlich wieder "normal" statt finden kann. Die stimmberechtigten Gruppen haben nun bis 13 Uhr die Möglichkeit 22 Personen aus dem Wahlvorschlag auszuwählen.

 

12:08 bis 13 Uhr Mittagspause

 

13 Uhr es geht weiter mit den Wahlen des Landesvorstandes. Folgende Positionen stehen zur Wahl: Landesvorsitzender, 1. stellv. Landesvorsitzender, 2 x Vorstandsmitglieder. Zur Wiederwahl stellen sich Johannes Enssele, Hans-Peter Kleemann, Dr. Christoph Aly, Egbert Badey. Alle Kandidaten wurden gewählt und nahmen die Wahl an. Der "Glückwunsch an die vier neu gewählten Landesvorstandsmitglieder aus Ludwigsburg" erfolgt im Chat.

 

TOP 5: NABU-Schwerpunkte 2025. Jetzt geht es um die Fokussierung und Schwerpunktsetzung der Arbeit für die nächsten fünf Jahre. Es ist ein Arbeitsprogramm, dass auch mit Hilfe der Gruppen umgesetzt werden soll. Die LVV stimmt den Schwerpunkten zu.

 

TOP 6: Haushalt - Prognose 2020 & Plan 2021. Die Haushaltslage hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht. 2020 wurde positiv abgeschossen. Es folgen die Grundsätze und Rahmenbedingungen für den Haushalt 2021 sowie die Beschlussvorschläge im Überblick. Der Haushaltsplanung in insgesamt vier Punkten wird zugestimmt.

 

TOP 7: Resolutionen und Anträge. Verbesserung der Qualtiät naturschutfachlicher Gutachten (Antrag). Angenommen. Mehr Einsatz für Natur- und Klimaschutz (Resolution). Angenommen.

 

Es folgt keine Abstimmung mehr. Die Sitzung neigt sich dem Ende. Unter Sonstiges werden Termine druchgegeben. Johannes Enssle spricht die Abschlussrede. Kurz nach 15 Uhr ist die erste online LVV damit fertig. Die NABU Gruppe bedankt sich für die gute Organisation.

 

Bericht: Frank Handel, Vorsitzender NABU Ludwigsburg