Veranstaltungen, Termine und Berichte aus dem Jahr 2021


Pflegemaßnahme in den Zugwiesen

 

30.01.2021 - Die geplante Pflegemaßnahme konnte dieses Jahr pandemiebedingt nicht wie gewohnt stattfinden.  In Zweierteams und mit Abstand konnten an insgesamt drei Samstagen dennoch etliche Arbeiten durchgeführt werden.  Der normalerweise rege Austausch während den Arbeiten, tausch der Werkzeuge und der abschließende Ausklang mit Vesper, Tee oder Kaffee fehlte heuer allerdings.


Begehung Favoritepark

 

NABU besichtigt das Naturschutzgebiet zusammen mit dem Forst BW

 

17.01.2021 – Ludwigsburger Umweltverbände waren am 17ten Januar vom Forstbezirk Unterland, Forst Baden-Württemberg zu einer Begehung in den Favoritepark eingeladen. Bevor die Mitarbeiter des Forst BW über die geplanten Pflegemaßnahmen und die zukünftige Arbeit im Park berichteten galt es das Hygieneprotokoll mit Eintrag in die Teilnehmerliste, dem durchgehenden Tragen von Masken und mit viel Abstand zueinander einzuhalten. Kein Problem, denn es ging um nichts anders als um die Zukunft des einzigen Naturschutzgebietes auf Ludwigsburger Gemarkung.

Forstbezirksleiter Christian Feldmann, Revierleiter Raphael Müller und Funktionsmitarbeiter Samuel Ziegler führten gemeinsam durch die Veranstaltung und informierten je nach Tätigkeitsschwerpunkt. Von Seiten der Umweltverbände nahmen Dr. Klaus Ruge und Carola Preuss von der NABU-Gruppe Marbach, Frank Handel von der NABU-Gruppe Ludwigsburg und Carolin Zimmermann, Naturschutzwartin und aktiv in der NABU-Gruppe LB teil. Das Thema Wald in Zeiten rasanter klimatischer Veränderung ist von kreisweiter Bedeutung, deshalb ist es gut, dass Ruge, Preuss und Handel zeitgleich Vorstandsmitglieder des NABU Kreisverbandes LB sind.

Um den einzigartigen, durch historische Beweidung entstandenen Hutewald-Charakter des Favoriteparks mit seinen an die 1000 bis zu 250 Jahre alten Eichen zu erhalten sind regelmäßige Arbeiten nötig. Dazu gehört auch, dass einzelne Bäume gefällt werden. Dies dient in dem seit 1937 bestehenden Naturschutzgebiet jedoch anders als in Wirtschaftswäldern nicht wirtschaftlichen Zwecken, so die Forstmitarbeiter, sondern der Bestandspflege.

Nur wenige Bäume werden aus dem Park entnommen.

Eichen sind Lichtkeimer und brauchen als Jungbäume viel Platz und Helligkeit damit aus ihnen künftige Baumriesen entstehen. Das Leben von Großvatereichen ist endlich, deshalb müssen Förster Jahrhunderte im Voraus denken und für ausreichend Nachwuchs sorgen. Stieleichen gelten als robust und sind prädestiniert der weiteren klimatischen Entwicklung Stand zu halten. Dabei macht es einen Unterschied, ob die Eichen von Jugend an viel Sonne und Wärme gewöhnt waren, also frei standen wie die Huteeichen, so Feldmann. Junge Eichen können hitze- und trockenresistent „erzogen“ werden, wenn sie ungeschützt heranwachsen. Genau dies soll mit einer Naturverjüngung nun erfolgen. Der Forst BW plant kleine Einzäunungen über den Park zu verteilen, die vor Verbiss schützen und so ist die Hoffnung, neue Eichen für die Zukunft hervorbringen, erklärt Revierleiter Müller.

Die Erfahrungen der Forstleute haben gezeigt, dass Eichen Probleme bekommen, wenn sie zu spät freigestellt werden. Dies kann auch auf natürliche Weise passieren, wenn beispielsweise weniger resistente Rotbuchen den klimabedingten Tod sterben. Neben den Fichten und Eschen gerät auch die Buche immer mehr in Bedrängnis.

Die Entwicklung einiger Baumarten ist besorgniserregend.

Noch bieten zahlreiche jahrhundertealte Stieleichen im Park vor allem Spechten, selten gewordenen holzbewohnenden Käfern, Wildbienen und Fledermäusen eine Heimat. Abseits der öffentlichen Wege dürfen absterbende Bäume als stehendes und Baumstämme als liegendes Totholz vor Ort verbleiben. Vor allem Käferlarven benötigen dieses von Pilzmyzel weich gewordenes, sich zersetzendes Holz als Kinderstube.

Das Totholz ist die neue Grundlage des Waldes, die Grundlage der Artenvielfalt und die Schatzkammer des Waldes.

Das Konzept soll garantieren, dass sich auch künftige Generationen an der Artenvielfalt und dem historischen Waldbild des 18. Jahrhunderts in Ludwigsburgs beliebtem Favoritepark erfreuen können.

Der NABU zieht aus den Erläuterungen und vorgestellten Konzept noch vor Ort ein Fazit. Dieses fällt positiv aus, denn die Forstleute setzen auf Naturverjüngung und eine behutsame Entwicklung mit viel Totholz. Der NABU gibt aber auch zu bedenken, dass äußere Einflüsse, wie etwa die Erweiterung der Pädagogischen Hochschule sich negativ auswirken können. Der Grundwasserspiegel soll sich durch Baumaßnahmen keinesfalls absenken. Der Hinweis wird aufgenommen, denn der Schutz des Naturschutzgebietes geht über deren Abgrenzung hinaus. Einflüsse von außen dürfen nicht zu Veränderungen im Park führen.

Der NABU bedankt sich herzlich bei den Forstangestellten für die Information und den wichtigen und spannenden Austausch.

Bericht C. Zimmermann, K. Ruge und F. Handel


NABU Landesvertreterversammlung LVV

 

16.01.2021 - Die diesjährige NABU Landesvertreterversammlung (LVV) fand nicht wie jedes Jahr im November, also Ende des Jahres 2020 statt, sondern rein virtuell im Januar 2021. Fleißig hatte die NABU Landesgeschäftsstelle an den technischen Voraussetzungen gearbeitet. Dann war es soweit, ab 9 Uhr konnten sich die Teilnehmer einwählen und sich parallel, falls stimmberechtigt, bei der Abstimmungsplattform anmelden. Pünklich um 10 Uhr startete dann die LVV.

 

Nach der Begrüßung von NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle folgten die Grußworte von Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Beide bedankten sich unter anderem bei den ehrenamtlichen Mitgliedern für die viel geleistete Arbeit.

 

Versammlungsleiter Uwe Prietzel führte durch die Videokonferenz.

 

Es folgt der Jahresbericht von Johannes Enssle. Dabei ging es um die bessere Zusammenarbeit mit der NAJU, die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen, Niedersachsen hat Baden-Württemberg in der Anzahl der Mitglieder überholt, das ist erfreulich für den Natur- und Umweltschutz wird den ein oder anderen BWler aber auch motivieren, der Ausbau der Bezirkstellen geht voran, der Pestizidbericht ist ein Erfolg, denn er macht auf die Problematik aufmerksam, Ziel ist die Halbierung der Menge bis 2030, die Kulturlandschaft soll weiterhin im Fokus stehen, hier sollen 30 bis 40 % bis 2030 in den Ökolandbau überführt werden, in der EU-Agrarreform könnte der NABU wichtige Impulse setzen, dies war ein schwieriges Unterfangen, denn Bundesministerin Juila Klöckner gilt im Ausland durchaus als ökologisch, ein Kompensationskataster soll für die bessere Übersicht von Ausgleichsflächen sorgen, das Thema Natur im Siedlungsraum hat durch verschiedene Aktionen für Erfolge gesorgt, neben "Natur nah dran" und "blühende Gärten" sollen Firmengelände in den Fokus genommen werden, die Wahl zum Vögel des Jahres steht demnächst an und es wird spannend. Es folgte die Aussprache zum Jahresbericht mit zahlreichen Wortmeldungen. Die Fragen werden beantwortet und auch aufgenommen um später aufzuarbeiten.

 

Pünktlich um 12 Uhr wird die Entlastung des NABU Landesvorstandes beantragt, dem die NABU Gruppen mit 98 % auch nachkommen. Es folgt TOP 4, die Wahl der Delegierten zur Bundesvertreterversammllung BVV 2021. Die BVV findet am 05. bis 06. November 2021 in Kassel statt. Uwe Prietzel geht davon aus, dass diese hoffentlich wieder "normal" statt finden kann. Die stimmberechtigten Gruppen haben nun bis 13 Uhr die Möglichkeit 22 Personen aus dem Wahlvorschlag auszuwählen.

 

12:08 bis 13 Uhr Mittagspause

 

13 Uhr es geht weiter mit den Wahlen des Landesvorstandes. Folgende Positionen stehen zur Wahl: Landesvorsitzender, 1. stellv. Landesvorsitzender, 2 x Vorstandsmitglieder. Zur Wiederwahl stellen sich Johannes Enssele, Hans-Peter Kleemann, Dr. Christoph Aly, Egbert Badey. Alle Kandidaten wurden gewählt und nahmen die Wahl an. Der "Glückwunsch an die vier neu gewählten Landesvorstandsmitglieder aus Ludwigsburg" erfolgt im Chat.

 

TOP 5: NABU-Schwerpunkte 2025. Jetzt geht es um die Fokussierung und Schwerpunktsetzung der Arbeit für die nächsten fünf Jahre. Es ist ein Arbeitsprogramm, dass auch mit Hilfe der Gruppen umgesetzt werden soll. Die LVV stimmt den Schwerpunkten zu.

 

TOP 6: Haushalt - Prognose 2020 & Plan 2021. Die Haushaltslage hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht. 2020 wurde positiv abgeschossen. Es folgen die Grundsätze und Rahmenbedingungen für den Haushalt 2021 sowie die Beschlussvorschläge im Überblick. Der Haushaltsplanung in insgesamt vier Punkten wird zugestimmt.

 

TOP 7: Resolutionen und Anträge. Verbesserung der Qualtiät naturschutfachlicher Gutachten (Antrag). Angenommen. Mehr Einsatz für Natur- und Klimaschutz (Resolution). Angenommen.

 

Es folgt keine Abstimmung mehr. Die Sitzung neigt sich dem Ende. Unter Sonstiges werden Termine druchgegeben. Johannes Enssle spricht die Abschlussrede. Kurz nach 15 Uhr ist die erste online LVV damit fertig. Die NABU Gruppe bedankt sich für die gute Organisation.

 

Bericht: Frank Handel, Vorsitzender NABU Ludwigsburg