Veranstaltungen, Termine und Berichte aus dem Jahr 2022


Weiherwiesen im Juli
Weiherwiesen im Juli

Tagesexkursion zum NSG Weiherwiesen, zum ND Remsquelle & ins NSG Wental

 

23. Juli 2022 - Sieben gut gelaunte Teilnehmer trafen sich am Parkplatz bei Kernen-Rommelshausen und machten sich um 7.30 Uhr ausgestattet mit Landkarten und Naviadressen und gestärkt mit frischen Mitschele auf den Weg entlang der B29 bis Essingen. Ein langer und holperiger Weg führte uns vom Ort, an der noch jungen Rems bis zum Parkplatz bei Tauchenweiler.

 

Gegen 8.30 Uhr gings von dort aus los ins NSG. Eine Sumpfstendelwurz fanden wir schon beim Pinkeln im Wald nach der Ankunft. Und so ging es denn auch weiter. Tannen-, und Haubenmeisen, Fichtenkreuzschnäbel und der Schwarzspecht riefen. Vor lauter Begeisterung über zahlreiche Schmetterlinge auf Sumpfkratzdisteln und Waldengelwurz kamen wir kaum voran. Sommer-Landkärtchen, Admirale, Mohrenfalter, feuriger Perlmutterfalter und Kleiner Feuerfalter tummelten sich auf spannender Botanik, wie sie auch im südlichen Schweden wachsen könnte.

 

Zum Glück war es tatsächlich einen Kittel kälter im Gebiet. Das Wetter hielt und trotz Wolken gab es viel Sonne ohne die schwüle Hitze der letzten Tage. Auf den feuchten Wiesen um die beiden Schafwaschweiher im Schutzgebiet blühten vereinzelt noch pinkfarbener Heilziest und Großer Wiesenknopf. Zwei Flußuferläufer am Fischzuchtweiher waren ein Höhepunkt des Tages. Wir entdeckten Fügelginster, Dreiteiligen Zweizahn, Sumpfschafgarbe und ärgerten uns über die flinke Großlibelle, die sich jedem Fotoversuch durch Hakenschlagen entzog. Aufgrund Farbe und Größe ließ sie sich dennoch als Königslibelle identifizieren. Auf den Pfeifengraswiesen zirpte und summte es eifrig. Inzwischen brannte uns die Sonne dann doch ordentlich auf die vom Gesehenen schon übervollen Köpfe. Wir waren froh in den schattigen Wald zu kommen.

 

Auf dem Rückweg passierten wir alte Hafnergruben am Wegesrand. Nahe den vom Ton wasserdichten Löchern eine weitere botanische Perle. Der sprossende Bärlapp. Die vorbeirasenden Trupps von E-Bikern bekamen davon nichts mit und wir waren uns trotz müden Füßen einig, dass man solch wundervolle Natur nur zu Fuß erwandern kann. Die überfahrenen Erdkröten auf den hell geschotterten Albwegen hätten uns da mit Sicherheit zugestimmt. Zurück an der Gaststätte Tauchenweiler gab es leckeres Essen für Vegetarier und Fleischfans und lokale Getränke wie das Albra Kola einer Heubacher Brauerei. Mit Wasser von dr Alb ra sei es gebraut, so die Info auf der Flasche.

 

Erfrischt und ausgeruht verabschiedeten wir uns von Uwe und Maria und fuhren zu fünft weiter zur Quelle der Rems. Seit der Gartenschau ist diese mit Schildern und Betonbrücke „verschönert“. Die Quelle und junge Rems sind dennoch interessant. Köcher- und Eintagsfliegenlarven, Egel und Strudelwürmer lassen sich hier unter vorsichtig angehobenen Steinen finden. Eine Holzkugelbahn entlang der Rems begleitet den Weg. Von der Quelle „unserer“ Rems ging es den Albtrauf steil hinauf nach Lauterburg und Bartholomä. Skilifte zeigten, dass es hier auf dem Albuch meist einen dicken Kittel kälter ist. Auch wenn der Klimawandel den Albliften keine gute Zukunft weist. Im Wental angekommen wählten wir schattige Wege Richtung Wentalweible, das sonnige und an Wochenenden von Freizeitsuchenden stark frequentierte Felsenmeer und den Andgasthof ließen wir nach wenigen Schritten hinter uns.

 

Zwischen den skurril geformten Korallenstöcken entdeckten wir erneut Dutzende Landkärtchen, aber auch den feurigen Perlmuttfalter. Hier naschten sie Nektar auf den seltenen Tauben-Skabiosen. Die gelben Wiesenrauten waren bereits verblüht, ebenso der super-seltene Rasen-Steinbrech auf den Felsen. Rares Weiches Kamm-Moos, grün- und braunstieliger Streifenfarn und Mauerraute wuchsen aus Löchern und Spalten der flechtenübersäten Korallenstöcke, die einst am Boden des Jurameeres standen. Die von Zirpen der Grillen begleitete Stille und der schattige Weg zwischen den Felsen war der krönende Abschluss eines sehr schönen Tages.

 

Danke an alle Teilnehmer für eure interessanten Beiträge bei Bestimmung der Arten, die netten Gespräche und vielen Dank für die Spenden an die Ortsgruppe. Ich hatte viel Spaß mit euch!

 

Bericht und Fotos: Carolin Zimmermann

 

https://www.naturgucker.de/?gebiet=-2098616163

 

https://www.naturgucker.de/?gebiet=1596962858

 

https://www.naturgucker.de/?gebiet=-694328535


NABU Treffen

 

12.07.2022 - An dem offenen NABU Treff an diesem Dienstag im Casa Mellifera konnten sich die Teilnehmer informieren über die nächsten Aktionen so wie beispielsweise der Bau der Vogel-Futterhaussiedlung am 07. Oktober sowie über weitere Themen. 


Singende Rohrammer in den Zugwiesen, Foto: K. Gaus
Singende Rohrammer in den Zugwiesen, Foto: K. Gaus
Langer Donnerstag in den Zugwiesen
30.06.2022 - Dunkle Wolken und intensives Wetterleuchten begleiteten diesen schwül-warmen Sommerabend.

 

Trotzdem fanden sich etwa 15 Naturinteressierte zu unserer abendlichen NABU-Führung ein. Wir hatten Glück: von Gewitter und Regen wurden wir verschont.

 

Biber und Dachs ließen sich zwar nicht blicken, dafür konnte unsere Gruppe ausgiebig Eisvögel, Nutria und eine singende Rohrammer beobachten, drei typische Bewohner im Gebiet, die von der Renaturierung profitiert haben.

Stare am Schlafplatz in den Zugwiesen, Foto: K. Gaus
Stare am Schlafplatz in den Zugwiesen, Foto: K. Gaus

Auch in der Luft war einiges geboten: zu den mindestens Tausend Staren, welche in großen Schwärmen ihre Flugkünste zeigten und die zum Schlafen in den Schilf- und Weidenbewuchs einflogen, kam kurzzeitig ein Wanderfalke hinzu und immer wieder einige Rauchschwalben sowie zahlreiche wendige Mauersegler auf Insektenjagd. Zu hören waren außerdem die Gesänge von Singdrossel, Amsel und Gartengrasmücke.

 

Es wurde deutlich, dass solche Renaturierungen wie in den Zugwiesen eine echte Bereicherung sind und maßgeblich dazu beitragen können die Biodiversität zu fördern.

Bericht und Fotos K. Gaus

 


Veranstaltung auf dem Platz der Kinderrechte

 

12.06.2022 - Der Kinderschutzbund Ludwigsburg, das Ludwigsburger Eine-Welt-Forum zusammen mit dem Jugend-Eine-Welt-Forum luden gemeinsam zu einer Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein. Für Spiel, Spaß und Wissen sorgten weitere Eine Welt-Akteure aus Ludwigsburg wie der Weltladen Ludwigsburg, terre des hommes (Arbeitsgruppe Ludwigsburg), der Förderkreis Burkina Faso und das Burkina Faso-Komitee und die Fairtrade-Agendagruppe. Für das gastromische Wohl sorgen unter anderem die hiesigen Unternehmen Kaffee Romero und OhnePlaPla.

 

Der Platz der Kinderrechte in Ludwigsburg vor dem Forum weist auf die UN-Charta der Kinderrechte hin.


Natur und Vogelkonzert rund um den Monrepos-See

 

21.05.2022 - Im Mai ist die Brutzeit vieler Singvögel noch in vollem Gange und vor allem am frühen Morgen präsentierte sich rund um den Monrepos ein vielstimmiges Vogelkonzert. Bei einem Rundgang um den See konnten wir bei den Lauschpausen herausfinden, welche Stimmen uns umgeben. Der Rundgang dauerte etwa 1,5 Stunden.


FFFF – Fies-frühe Feiertags-Führung ins LSG Unteres Zipfelbachtal

 

01.05.2022 - Ganze 6 Stunden alt war der Mai dieses Jahres, da gab es auch schon eine NABU LB FFFF. Eine was? Na, eine fies-frühe Feiertagsführung. Ja, zugegeben 6 Uhr ist eine fies frühe Zeit. Vor allem wenn der erste Mai so verhangen weißgrau beginnt wie dieser. Aber eine FFFF ist halt nur was für die ganz Harten. Davon waren immerhin sieben nach Hochdorf gekommen. OK, einer davon war ein Hund, der wahrscheinlich gar nicht gefragt wurde, ob er so früh schon aus dem warmen Körbchen wollte. Ein anderer der NABU LB Chef Frank Handel, der so gesehen auch nicht gefragt wurde. Aber eine Teilnehmerin kam dann doch extra aus Besigheim angereist. Respekt ! 

 

Gemeinsam ging es vom Parkplatz im Ortskern Remseck-Hochdorfs bachabwärts ins Landschaftsschutzgebiet. Ab Hochdorf fließt der Zipfelbach durch ein breites Tal, das einst von einem Seitenlauf des Ur-Neckars geschaffen wurde. Vorbei an der breiten Schneise der derzeit im Bau befindlichen neuen Frischwasserleitung, welche das Tal quert, liefen wir Richtung Neckarmündung. Unterhalb LB-Poppenweiler wechselten wir die Talseite und besuchten das Naturdenkmal Rossberg mit seiner bemerkenswerten Botanik. Pirol und Mauersegler wollten sich noch nicht hören lassen, aber eine erste Nachtigall, Singdrossel, Fitis und Mönchsgrasmücke sangen für uns. Eine Gänsesägerin, welche vielleicht in den Baumhöhlen des Zipfelbachtals unweit des Neckars brütet, flog über uns hinweg.

 

Die weiten Wiesen der Bachaue sind aufgrund regelmäßiger Düngung leider erschreckend artenarm. Außer ein bis zwei Gräsern, Ampfer, Hahnenfuß und Spitzwegerich ist auf Kilometern kaum eine Blühpflanze zu finden. Und dadurch auch keine Insekten. Erst in den schmalen Ecken am Bachrand, wo der Traktor nicht hinkommt und am Naturdenkmal (ND) Rossberg gab es wieder verschiedenste Blühpflanzen, Schnecken und Insekten zu sehen. Turm- und Heideschnecken, Blutzikaden, Ähriger Ehrenpreis, Stengelumfassendes Hellerkraut, Pimpinelle und die hübschen Blüten des Feldsalats waren darunter.

 

Bachaufwärts ging es zurück Richtung Hochdorf. Auch hier „schön grüne“ artenarme Wiesen. Kein Schmetterling, keine Wildbiene war zu sehen. Kaum einmal mehr das früher so häufige rosa Wiesenschaumkraut oder lila Wiesenstorchschnabel sind zu finden. Wo sollen hier Falter und Bienen Nektarquellen finden? Und wo deren Larven Futterpflanzen?

 

Um zu beweisen, dass jeder von uns im eigenen Garten oder Balkon einen kleinen Teil zu größerer Vielfalt beitragen kann, gab es noch eine Führung im Zimmermannschen Naturgarten nahe des Zipfelbachs. Neben Gemüsebeeten und hitzeverträglichen klimawandel-tauglichen Mittelmeerpflanzen, gab es hier klassische Bauerngartenpflanzen und zahlreiche heimische Stauden. Eine Insektenwiese bietet mit u.a. Dost, Flockenblumen, Seifenkraut, Leimkraut, Glockenblumen, Günsel, Margeriten, Wegwarte, Wiesenschlüsselblumen und Gräsern bis in den Herbst Vielfalt für zahllose Insekten. Totholzhaufen und Baumstümpfe sind Habitate für holzbewohnende Käfer und deren Larven. Gedüngt wird im torffreien Naturgarten natürlich ausschließlich mit Hornspänen, Gries oder dem, mit freundlicher Unterstützung der beiden Zwergkaninchen Birka & Baldrian, produzierten Komposterde.

 

Da Wasser in jeden Garten gehört, gibt es neben zwei Gartenteichen, verschiedene Topfteiche für Libellenlarven und Wasserinsekten. Auch Steinhaufen, Natursteinmauern und Gartenkunst dürfen nicht fehlen.

 

Kaffee und Selbstgebackenes unter dem Haselstrauch bildeten die Belohnung für das frühe Aufstehen der besonders harten FFFF-Teilnehmer. Danke für eure Teilnahme und die Spenden. Es hat wieder einmal großen Spaß gemacht. Auch wenn 6 Uhr schon echt fies früh ist.

 

Beobachtungen unter

 

https://www.naturgucker.de/natur.dll/JqzMxEAZdTr9IRnaUg9vohJep0u/

 

https://www.naturgucker.de/natur.dll/V68Aj9WpsWD3qjDfIpetyiGu8di/

 

Fotos: C. Zimmermann, F. Handel

Bericht: C. Zimmermann 


Goldammer, Foto: K. Gaus
Goldammer, Foto: K. Gaus

NABU LB Zugwiesen-Führung mit Konrad Gaus

 

„Der April, der April...“ machte an diesem 10.04. tatsächlich was er wollte. Schneeregen, Regen, Sonne, Wolken … im Minutenwechsel.

 

Zum Glück aber nicht während der NABU Führung.

 

Der anfängliche Sonnenschein wich zwar bald zunehmender Bewölkung und kühlem Wind konnte den 9 Teilnehmern die Lust auf Naturbeobachtung aber nicht vermiesen. Den Singvögeln war die Sangeslust allerdings etwas vergangen.

 

Außer einem Zilpzalp, Mönchsgrasmücken, Stieglitzen und einem rufenden Grünspecht wolle sich niemand zu Wort melden. Schade.

 

Zu sehen gab es allerdings dann doch so Einiges. Von Konrad Gaus gewohnt souverän präsentiert gab es an der Schleuse Gebirgsstelzen mit Nistmaterial zu entdecken, umherfliegende Beutelmeisen, Eisvogel, Rot- und Schwarzmilan bei der Futtersuche über den Zugwiesen.

 

Noch können auch Winter- und Zuggäste wie Löffel-, Knäk- und Pfeifente beobachtet werden.

 

Natürlich wurde das Spektiv auch auf Uhu eingestellt. Uhubeobachtung, störungsfrei und somit ohne Gefährdung der Brut, das geht nur hier. Vom anderen Neckarufer konnten wir bequem zum Neststandort blicken und entdeckten dort die Uhumutter mit mindestens einem Jungen.

 

Weniger schön war die Entdeckung eines schlafenden Waschbären in der Nähe des langjährigen Wanderfalkenhorstes in den Weinbergen. Die in der Bevölkerung so beliebten „niedlichen“ Tiere sind für die heimische Vogel- Amphibien- und Kleintierwelt eine Katastrophe. Können sie doch bestens klettern, kommen meist zu mehreren und fressen so ziemlich alles.

 

Mit dem Nutria zeigte sich ein weiterer exotischer Neubürger. Der Biber hingegen ist nicht nur heimisch, sondern auch heimlich und ließ sich nur anhand nächtlicher Fraßreste in Form gefällter und geschälter Bäume belegen.

 

Hoffnung auf besseres Frühlingswetter machten die Schwärme von Mehl- und Rauchschwalben, die mit jedem Sonnenstrahl „schwätzend“ über den Turmsee flatterten.

 

Beobachtungen unter www.naturgucker.de

 

Bericht: C. Zimmermann,

Fotos: S. Beyer, C. Zimmermann, F. Handel


Vorfrühling im Reuthau am Lemberg

 

13.03.2022 - 12 Teilnehmer konnte die Naturschutzwartin Carolin Zimmermann zur NABU Führung am Lemberg begrüßen. Leider fehlte der Marbacher Teil des Führungsteams. Dr. Ruge musste krankheitsbedingt leider absagen.

 

Das überaus schöne Frühlingswetter bescherte uns Sonne und die ersten Frühblüher wie Buschwindröschen und Scharbockskraut. Der eben erst aus Afrika zurückgekehrte Zilpzalp ließ sich hören und auch der rote Milan schaute vorbei. Hohl- und Ringeltauben riefen und ein Star bewies was für ein guter Imitator er doch ist. Den Milan ahmte er ebenso gut nach, wie einen Pirol. Wir ließen uns aber nur kurz täuschen. Denn der Pirol kommt erst im Mai aus seinem Winterquartier zurück.

 

Leider war deutlich zu sehen, dass Regen fehlt. Die Erde im Wald und auf den Feldern war staubtrocken. Die für Amphibien als Laichmöglichkeiten so wichtigen Forstfahrspuren sind nahezu ausgetrocknet. Es gab nur sehr wenige feuchte Stellen.

 

Inzwischen sind Vertiefungen entlang eines unbefestigten Weges in Absprache mit Forst BW mittels Holzstickeln und plastikfreiem Absperrband eingezäunt worden. Zu viele, uneinsichtige Mountainbiker preschten zu Coronazeiten rücksichtslos über die feuchten Schlammpisten, trugen Wasser, Laich und Larven aus den Fahrspuren und töteten die leicht zu übersehenden Molche, Frösche und Kröten. Vom Forst BW aufgestellte Hinweisschilder weisen nun vor Ort auf die Problematik hin.

 

Nun kann nur auf die Rücksichtnahme der Sportler gehofft werden.

 

Nach den sehnsüchtig erwarteten Regenfällen, mit denen bei uns am Dienstag nach der Führung zu rechnen ist, könnten die Fahrspuren zu Kinderzimmern für kleine Amphibien werden.

 

Eine weitere Bedrohung für die ohnehin von Klimawandel und Artensterben bedrohten Amphibien ist die Sanierung der Deponie am Lemberg. Die Deponiekuppe ist inzwischen baumfrei und soll in den nächsten Jahren saniert werden. Gerüchte vom Bau einer weiteren Straße, ausgerechnet im ökologisch bedeutenden Reuthau zur Anfahrt der LKWs lösten Entsetzen unter Naturschützern und Anwohnern aus.

 

Gibt es doch nach wie vor ausreichend befestigte Betonwege, auf denen noch vor Jahren der tägliche LKW-Verkehr der Deponie problemlos verkehrte. Inzwischen gab es erste Gespräche zwischen den Planern der AVL, Forst BW, Naturschutzwarten und NABU. Die Untere Naturschutzbehörde des LRA wurde informiert.

 

Das betroffene Gebiet ist Staatswald und besonders reich an alten Eichen auf feuchtem Grund. Hier lebt der nur regional häufige Mittelspecht, Misteldrossel, Schwanzmeise und Gartenbaumläufer, brüten seltene Hohltauben in alten Schwarzspechthöhlen und leben Feuersalamander, Bergmolch, Erdkröte und Grasfrosch.

 

In Zeiten eines umfassenden Artensterbens kann und darf es darum nicht sein, dass bei Vorhandensein alternativer Möglichkeiten der Streckenführung über den Neubau oder Verbreiterung von Straßen auch nur nachgedacht wird. Hier waren sich die Teilnehmer völlig einig. Unverständnis gab es darüber, dass solche Pläne der Öffentlichkeit nicht von vornherein bekannt gemacht wurden.

 

Bericht C. Zimmermann

Fotos: C. Zimmermann, F. Handel


Zugwiesen- und Froschgraben-Pflege am 12.02.22

 

15.02.2022 - Knackige Frosttemperaturen und Nebel empfingen die „Pflegewilligen“ in den Zugwiesen. Dennoch fanden sich gut 20 Teilnehmer aller Altersklassen ein, um die Zugwiesen wieder einmal von Müll und Treibgut und bestimmte Uferbereiche von Bewuchs zu befreien.

 

Um diese Flächen zu ermitteln, findet einmal jährlich im Herbst eine Begehung mit dem NABU LB, Naturschutzwarten, Zugwiesenguides und dem städtischen Grünflächenamt statt. Nach Absprache werden dann die groben Arbeiten durch Landwirte maschinell vorgenommen, während der NABU alljährlich Mitte Februar von Hand zur Arbeit schreitet.

 

Würde man die Zugwiesen völlig sich selbst überlassen, wäre bald alles dicht bewaldet. Gerade aber die offenen Uferbereiche und Schlammflächen sind für viele Tier- und Pflanzenarten besonders wichtig. Wir Menschen übernehmen nun die Arbeit, die einst der Neckar durch Hochwasser und Sturmfluten selbst erledigte. Bevor der Mensch eingriff hielten in den ursprünglichen Flussauen Europas Wisente, Auerochsen und Hirsche Teile der Vegetation kurz. Biber modellierten die Landschaft und schufen so Laichmöglichkeiten und Brutstätten für zahllose Tiere.

 

Heute gibt es in den Flussauen fast nur noch Industriegebiete und Siedlungen. Die Zugwiesen bieten da eine vorbildliche Ausnahme. Vorausgesetzt man überlässt sie nicht sich selbst.

 

Danke an alle Helfer!

Zeitgleich zur Pflege der Zugwiesen fanden unweit der Burg Hoheneck hoch über dem Neckar ebenfalls Pflegemaßnahmen statt. Das Biotop Froschlache inmitten der Weinberge wurde von Müll befreit und die Kopfweiden beschnitten. Die Mitglieder des Bürgervereins Hoheneck, welche sich sonst sehr in der Pflege engagieren fielen dieses Jahr wegen Erkrankung leider aus. Erfreulicherweise kamen dennoch 5 Helfer, um Herrn Schlecht & Herrn Leitzbach vom Grünflächenamt zur Hand zu gehen.

 

Der Weiher in den Wengerten ist ein wichtiges Laichbiotop für Frösche, Kröten und Molche. Selbst die seltene Rote Liste-Art Wechselkröte lebt in den Hohenecker Weinbergen und kann gelegentlich hier beobachtet werden. Ohne regelmäßige Pflege würde aber auch dieses Biotop zuwachsen und an Wert verlieren.

 

Schön, dass es auch hier, diesmal gleich 3 neue Helfer gab, die trotz Kälte und Nebel früh aufstanden, spontan zu Schere und Leiter griffen und mithalfen! Danke!

 

Danke auch an die Stadt LB für Geräte, Schnittgutabholung und Brezeln!

 

Ohne Buddrbrezla goht halt nix!

Anmerkung:

 

Bei dem Gerücht der NABU LB hätte in den Zugwiesen eine nicht zugelassene Booster-Impfaktion mittels Schluckimpfung vorgenommen handelt es sich um Fake News! Siehe Foto!

 

Bericht: C. Zimmermann

Fotos: C. Zimmermann u. F. Handel