Trafoturm Altach - Wie ein stillgelegter Trafoturm neuen Lebensraum für bedrohte Arten bietet
In vielen Regionen Deutschlands prägen Trafotürme seit Jahrzehnten das Landschaftsbild. Mit dem technischen Fortschritt verlieren dieser markanten Bauwerke ihre ursprüngliche Funktion und werden stillgelegt. Auch der Trafoturm Altach der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim wird nicht mehr genutzt. Auf der Suche nach einer Nachnutzung fiel die Wahl auf eine Umnutzung für den Artenschutz auf den Naturschutzbund. Die NABU-Gruppe Ludwigsburg hat den Trafoturm seit 2025 gepachtet.
Die Bedeutung des Trafoturms für den Artenschutz
Der Trafoturm Altach ist aus massivem Mauerwerk gebaut und bieten durch ihre Höhe und Abgeschiedenheit ideale Bedingungen für verschiedene Tierarten. Besonders Vögel wie Schleiereulen, Turmfalken, Dohlen oder Mauersegler, aber auch Fledermäuse und Insekten finden in den alten Türmen wertvolle Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten. In einer zunehmend intensiv genutzten Kulturlandschaft sind solche Rückzugsräume von unschätzbarem Wert.
Erfolgsgeschichten und Ausblick
Verschiedene Projekte in ganz Deutschland zeigen, dass der Umbau von Trafotürmen ein voller Erfolg für den Artenschutz sein kann. Oft schon nach kurzer Zeit werden die neuen Quartiere von den ersten Bewohnern angenommen. Neben der Förderung der Biodiversität soll unser Engagement zur Umweltbildung beitragen und mit Hilfe der Stadtwerke auch die Historie des Trafoturms beleuchtet werden.
Umbau für den Artenschutz
Nach der offiziellen Übernahme des Turms sind sukzessive Maßnahmen zur Gestaltung des Turms und seines Umfelds für den Artenschutz vorgesehen. Zunächst wird erfasst, welche Arten im Umfeld vorkommen, um mögliche Zielkonflikte zu vermeiden. In einem zweiten Schritt werden bauliche Maßnahmen werden umgesetzt, um den Turm für verschiedene Arten zugänglich zu machen, sowie den Turm insgesamt attraktiv zu gestalten. Dazu zählen bisher:
- Gestalten der Fassade mit Naturmotiven als Schülerprojekt
- Gestaltung eines naturnahen Umfelds mit Benjeshecke und Steinhaufen
- Anbringen von Fledermauskästen und Nistkästen für Singvögel
- Vorbereitende Arbeiten für die Ausstellung im Innenraum
Projektbeteiligte
Neben den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim, die uns den Trafoturm verpachtet haben, unterstützt uns der RotaryClub Ludwigsburg mit Fördergeldern. Die Hirschbergschule in Eglosheim hat den Trafoturm gestaltet.
Dokumentation
Alle Maßnahmen und Erfolge werden sowohl auf dieser Seite als auch auf der Internetseite naturgucker.de (erfassen von Tier- und Pflanzenarten) dokumentiert.
www.naturgucker.de Bei Suche: gebiete Trafohäusle NABU LB eingeben

Aufbau einer Benjeshecke
Eine Benjeshecke ist eine aus Ästen und Zweigen geschichtete Totholzhecke, die Lebensräume fördert und zur Biodiversität beiträgt. Im Holz keimen Samen, sodass eine lebendige Hecke entsteht, die Vögeln, Insekten und Kleinsäugern Schutz bietet. Benjeshecken verbessern Boden und Mikroklima und sind eine pflegeleichte, ökologische Alternative zu klassischen Zäunen oder Hecken.

Vorbereitung für die Gestaltung
Bevor die Schülerinnen und Schüler der Hirschbergschule die Gestaltung des Trafoturms beginnen, musste die Fassade vorbereitet werden. Als erstes wurden die Graffitis entfernt, der Putz stellenweise ausgebessert, die Fläche grundiert und mit weiser Farbe vorgestrichen. Ein temporärer Bauzaun sichert den Trafoturm ab.

Hirschbergschule gestaltet Trafohäuschen
Bei der kreativen Ausarbeitung spielte die Pflanzen- und Tierwelt des sehr grünen Stadtteils Eglosheim im Wechsel der Jahreszeiten eine zentrale Rolle. Alle Bildelemente sind dieser Örtlichkeit nachempfunden. Erst arbeitete die 3. Klasse am Hintergrund der vier Wände, später waren Jugendliche der Klassen 6. und 8. am Start. Siehe auch www.instagram.com/hirschbergschule.ludwigsburg